Inlinehockey, SIHV, 1. Liga: Zwei Spiele wie Tag und Nacht
Erst blamiert, dann erlöst
Für die Alligators Ruswil lagen letzte Woche zwischen Sonntag und Mittwoch Welten. Erst lieferten die Rottaler gegen die Rangers Lugano eine der schwächsten Leistungen der letzten Jahre ab, ehe nur drei Tage später ausgerechnet auswärts bei den Fight Pigs Gersau endlich der langersehnte Befreiungsschlag auf fremdem Terrain gelang.
Im Heimspiel gegen Lugano wollten die Alligators eigentlich für klare Verhältnisse in der Tabelle sorgen. Doch offenbar war die Partie in den Köpfen vieler Spieler bereits vor dem Anpfiff gewonnen. Anders lässt sich der pomadige und emotionslose Auftritt kaum erklären. Von Beginn an lief bei den Ruswilern praktisch nichts zusammen. Defensiv zu wenig konsequent, offensiv harmlos und dazu ständig mit Nebenschauplätzen beschäftigt. Statt sich auf das eigene Spiel zu konzentrieren, diskutierte man lieber mit Schiedsrichtern, Gegnern oder gleich mit allem, was sich bewegte. Die Rangers nahmen dieses Geschenk dankend an und bestraften die Alligators eiskalt. Zwar kam zwischenzeitlich noch ein wenig Hoffnung auf, wirklich Zugriff auf die Partie bekamen die Gastgeber aber nie. So endete der Nachmittag in einer verdienten und ziemlich peinlichen 3:7-Niederlage. Einer jener Auftritte, die man möglichst schnell vergessen möchte.
Endlich ein Auswärtssieg
Entsprechend gross war der Druck vor dem Auswärtsspiel in Gersau. Die Voraussetzungen hätten dabei kaum schlechter sein können: kleiner Kader, schwieriger Gegner und vor allem die unfassbare Serie von 32 Auswärtsspielen ohne Vollerfolg. Doch diesmal präsentierten sich die Alligators komplett anders. Von Beginn an war spürbar, dass die Mannschaft unbedingt etwas mitnehmen wollte. Bereits nach gut zwei Minuten führten die Ruswiler mit 2:0 und kontrollierten das Spiel über weite Strecken erstaunlich souverän. Zwar kämpfte sich Gersau im letzten Drittel nochmals zurück und glich die Partie aus, doch anders als noch am Sonntag liessen sich die Alligators diesmal nicht aus der Ruhe bringen. Joel Augstburger übernahm Verantwortung und sorgte mit zwei weiteren Treffern praktisch im Alleingang dafür, dass die Ruswiler den Vorsprung wieder herstellen konnten. Am Ende war die Freude riesig. Nicht nur wegen der drei Punkte, sondern auch, weil endlich diese unsägliche Auswärtsserie beendet werden konnte. Der Sieg war über alles gesehen verdient, da die Alligators den Gegner grösstenteils gut unter Kontrolle hatten.
Verletzung trübt Freude
Getrübt wurde die Freude allerdings durch die schwere Verletzung von Daniel Muri. Dieser zog sich einen Schlüsselbeinbruch zu und musste bereits operiert werden. Die Alligators wünschen ihm an dieser Stelle gute und schnelle Genesung. Weiter geht es am Montag, 15. Juni 2026, mit dem letzten Heimspiel vor der Sommerpause. Dann empfangen die Ruswiler die Langnau Stars mit ordentlich Revanchegelüsten für das knapp verlorene Hinspiel im Gepäck (Spielbeginn 20.00 Uhr).
Alligators Ruswil – Rangers Lugano
3:7 (1:4 1:0 1:3) – Tore: 2. Sedili 0:1. 3. Bachmann N. 1:1. 8. Nyagblodzro 1:2. 17. Pasteris 1:3. 18. Cerutti 1:4. 24. Augstburger 2:4. 46. Pasteris 2:5. 47. Greter S. 3:5 (PP). 51. Prior 3:6. 55. Prior 3:7. Alligators: Simon Bucher; Stefan Greter, Daniel Muri, Tom Bachmann, Flurin Ingold, Guido Muri, Joel Augstburger, Marco Lustenberger, Nick Bachmann, Pascal Bleuer, Thomas Stauffacher, Thomas Burri, Thomas Greter, Patrick Hilbi (Betreuer)
Fight Pigs Gersau – Alligators Ruswil
2:4 (0:2 1:0 1:2) – Tore: 1. Augstburger 0:1. 3. Villiger 0:2. 39. Betschart 1:2. 42. Betschart 2:2. 43. Augstburger 2:3. 51. Augstburger 2:4. Alligators: Simon Bucher; Stefan Greter, Daniel Muri, Thomas Burri, Thomas Greter, Thomas Stauffacher, Pascal Bleuer, Joel Augstburger, Fabian Vonarburg, Fabian Villiger, Flurin Ingold (Betreuer)